Der Freiheitspreis 2026 der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit wurde dem iranischen Volk verliehen. Stellvertretend wird Oppositionsführer Kronprinz Reza Pahlavi den Preis am 7. November 2026 in der Frankfurter Paulskirche für das iranische Volk entgegennehmen.
Die Organisation „Iranische Liberale Frauen e. V.“ begrüßt diese Entscheidung der Stiftung.
Die Auszeichnung ist ein wichtiges Zeichen der Anerkennung des langjährigen Einsatzes der Iranerinnen und Iraner sowie von Kronprinz Reza Pahlavi für Freiheit, Demokratie, Menschenrechte und die Selbstbestimmung ihres Landes.
Nachfolgend veröffentlichen wir unseren offenen Brief an die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit:
Offener Brief der Organisation „Iranische Liberale Frauen e. V.“
An die Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit
Betreff: Freiheitspreis 2026 – Ein Zeichen der Anerkennung für das iranische Volk
Sehr geehrte Damen und Herren,
im Namen der Organisation „Iranische Liberale Frauen e. V.“ möchten wir Ihnen unseren tief empfundenen Dank für Ihre Entscheidung aussprechen, den Freiheitspreis 2026 dem iranischen Volk zu verleihen.
Diese Entscheidung hat für uns eine besondere Bedeutung. Sie würdigt nicht eine einzelne politische Person, sondern Millionen von Iranerinnen und Iranern, die seit fast fünf Jahrzehnten gegen die Islamische Republik und für Freiheit, Würde, Demokratie und die Selbstbestimmung ihres Landes eintreten.
Seit 1979 hat das iranische Volk immer wieder seinen Widerstand gegen das herrschende System gezeigt. Von den Studentenprotesten 1999 über die landesweiten Proteste von 2009, die Aufstände 2017/18 und 2019 bis zu den landesweiten Erhebungen der Jahre 2022 und 2025/26 zieht sich eine Linie des Widerstands durch die jüngere Geschichte unseres Landes.
Die jüngsten Ereignisse haben der Welt erneut gezeigt, welchen Mut die Menschen im Iran besitzen.
Am 8. und 9. Januar 2026 folgten Menschen in zahlreichen Städten dem Aufruf von Kronprinz Reza Pahlavi zu gemeinsamen Protesten. Es wurden Rufe nach dem Ende der Islamischen Republik, nach der Rückkehr der Pahlavi-Familie und „Javid Schah“ laut; zugleich wurden vielfach die Bilder der Pahlavi-Familie sowie der iranischen Flagge mit dem Löwe-und-Sonne-Symbol sichtbar. Internationale Berichte dokumentierten die landesweiten Demonstrationen und die anschließende Unterbrechung des Internets und der internationalen Kommunikationswege durch die iranischen Behörden.
Die Reaktion des Regimes war erneut von massiver Gewalt und Repression geprägt. Zehntausende mutige Menschen wurden massakriert, das Internet und die jeweiligen Kommunikationswege wurden abgeschaltet, Tausende wurden verfolgt, inhaftiert und vielen von ihnen droht die Todesstrafe. Gerade deshalb ist es von großer Bedeutung, dass die Welt den Mut der Menschen im Iran nicht vergisst.
Trotz der enormen Risiken haben viele Iranerinnen und Iraner ihre Forderung nach Freiheit nicht aufgegeben.
Das iranische Volk hat sich erhoben und der Welt seinen Mut gezeigt.
Vor diesem Hintergrund verstehen wir die Entscheidung der Friedrich-Naumann-Stiftung auch als Anerkennung dafür, dass der Freiheitswille des iranischen Volkes international wahrgenommen wird.
Dass Kronprinz Reza Pahlavi den Freiheitspreis stellvertretend für das iranische Volk entgegennehmen soll, besitzt dabei eine besondere symbolische Bedeutung. Die Stiftung hat die Stimme des iranischen Volkes gehört und anerkannt.
Es geht nicht um die Verleihung politischen Anerkennung an eine einzelne Person, sondern um die Anerkennung eines Volkes, das sein Recht auf Freiheit und Selbstbestimmung einfordert und dessen Entscheidung zu respektieren ist.
Genau wie das iranische Volk hat Kronprinz Reza Pahlavi seit nunmehr 47 Jahren an der Seite des iranischen Volkes gegen das islamische Regime gekämpft und wird diesen Kampf bis zur Freiheit Irans unbeirrt weiterführen. Er ist die einzige oppositionelle Figur, die von den meisten Iranerinnen und Iranern als legitim und vertrauenswürdig angesehen wird. Diese Tatsache haben die Menschen im Januar mit ihrem Blut geschrieben und bezahlt. Er ist die Vertretung der iranischen Menschen, und die Friedrich-Naumann-Stiftung hat die Stimme der Menschen im Iran gehört.
Für uns ist entscheidend, dass seine politischen Grundsätze auf eine demokratische Entscheidung des iranischen Volkes über seine zukünftige Staatsordnung gerichtet sind. Reza Pahlavi erklärt ausdrücklich, dass die zukünftige Regierungsform des Iran – ob Republik oder konstitutionelle Monarchie – durch einen demokratischen Prozess einzig und allein vom iranischen Volk zu bestimmen ist.
Zu den von ihm genannten Grundprinzipien gehören die territoriale Integrität Irans, individuelle Freiheitsrechte und die Gleichheit aller Bürgerinnen und Bürger, die Trennung von Staat und Religion sowie das Recht des iranischen Volkes, seine zukünftige Regierungsform selbst zu bestimmen.
Diese Grundsätze entsprechen dem, was wir als Iranische Liberale Frauen e. V. unter einen freien Iran verstehen: einen Iran, in dem kein Mensch wegen seiner politischen Überzeugung verfolgt wird, in dem Menschenrechte und Meinungsfreiheit gewährleistet sind, in dem Frauen und Männer gleichgestellt sind und in dem die politische Zukunft des Landes durch freie Wahlen bestimmt wird.
Besonders wichtig ist für uns dabei die Trennung von Staat und Religion. Der Staat darf nicht über die religiöse Überzeugung oder persönliche Lebensweise seiner Bürger bestimmen. Jeder Mensch muss das Recht besitzen, zu glauben, nicht zu glauben und seine persönliche Überzeugung frei zu leben.
Ebenso unverzichtbar sind für uns die territoriale Integrität und nationale Souveränität Irans. Ein freier Iran soll ein geeintes Land sein, in dem alle Bürgerinne und Bürger die gleichen Rechte besitzen. Die territoriale Integrität bezeichnet Reza Pahlavi ebenfalls als einen seiner zentralen politischen Grundsätze.
Wir möchten der Friedrich-Naumann-Stiftung deshalb für ihren Mut danken, den Blick der internationalen Öffentlichkeit auf das iranische Volk zu richten.
Der Freiheitspreis 2026 ist für uns ein Zeichen: Der Kampf der Iranerinnen und Iraner für Freiheit ist nicht unsichtbar. Ihre Stimmen werden gehört. Ihr Mut wird anerkannt. Ihre Hoffnung auf einen freien, demokratischen und souveränen Iran erhält internationale Aufmerksamkeit.
Wir danken Ihnen dafür, dass Sie diesen Menschen eine Stimme geben und ihre Forderung nach Freiheit, Würde und demokratischer Selbstbestimmung sichtbar machen.
Möge der Tag kommen, an dem der Freiheitspreis, der heute stellvertretend für das iranische Volk von Kronprinz Resa Pahlavi entgegengenommen wird, tatsächlich an die frei gewählten Vertreterinnen und Vertreter eines freien Iran übergeben werden kann.
Mit Hochachtung und Dank
Iranische Liberale Frauen e. V.