Erklärung der Organisation Iranische Liberale Frauen anlässlich des 8. März – Internationaler Frauentag

Erklärung der Organisation Iranische Liberale Frauen anlässlich des 8. März – Internationaler Frauentag

Der 8. März, der Internationale Frauentag, ist für uns iranische Frauen nicht lediglich ein symbolischer Anlass; er ist eine Erinnerung an Jahrzehnte des Kampfes, in denen die Frauen Irans an vorderster Front gestanden haben. In einem Land, in dem ein frauenfeindliches ideologisches Regime seit nahezu einem halben Jahrhundert versucht, Frauen aus dem öffentlichen Raum zu verdrängen, sind es gerade die Frauen gewesen, die erneut zu Vorreiterinnen des Protests, des unbeugsamen Widerstands und der Hoffnung geworden sind.

Iranische Frauen haben sich bereits in den ersten Jahren nach der Etablierung der Islamischen Republik der Unterdrückung entgegengestellt. Von den Demonstrationen gegen die Revolution von 1979, die nur einen Monat danach stattfanden, über die Mütter und Familien der Gerechtigkeit Suchenden der 1980er-Jahre, die angesichts der massenhaften Hinrichtungen und Tötungen nicht schwiegen, bis hin zu den Müttern, Schwestern und Ehefrauen der heutigen Gerechtigkeit Suchenden, die noch im vergangenen Monat bei der Gedenkzeremonie zum vierzigsten Tag für zehntausend für das Vaterland Gefallene mit Tanz und Rufen die Namen ihrer Liebsten lebendig hielten und nicht zuließen, dass die Verbrechen in Vergessenheit geraten.

Von den jahrelangen mutigen Kämpfen gegen den Zwangsschleier bis zu ihrer eindrucksvollen Präsenz in der Revolution „Frau, Leben, Freiheit“, in der Frauen nicht nur Symbol, sondern die treibende Kraft der Bewegung waren – und heute im Herzen der nationalen Revolution von Löwe und Sonne, in der die Namen vieler von ihnen unter den Unsterblichen verzeichnet sind und die Bilder ihrer Führung und ihres Voranschreitens in der ersten Reihe der Demonstrationen eine ganze Nation inspirieren – sind iranische Frauen stets Vorreiterinnen gewesen. Ihre Rolle beschränkte sich nie auf eine Randpräsenz innerhalb der Proteste; vielmehr haben sie eine Bewegung angeführt, organisiert und inspiriert, die die Freiheit Irans fordert.

Gleichwohl ist dieser historische Kampf auf internationaler Ebene häufig übersehen worden. Denn die iranische Frau passt nicht in die Klischees, die manche linken und postkolonialen Lesarten von der „Frau des Nahen Ostens“ entworfen haben. Die iranische Frau ist kein stummes Opfer, das ideologischer Vormundschaft bedarf; sie ist eine selbstbestimmte, national gesinnte und ihrem Land verbundene Akteurin, die für die Freiheit und Würde ihrer selbst und ihrer Gesellschaft kämpft.

Die iranische Frau hat die gelebte Erfahrung von siebenundvierzig Jahren Herrschaft des politischen Islam mit ihrem ganzen Sein erfahren. Gerade deshalb erkennt sie die frauenfeindliche Natur dieser Ideologie klarer als viele andere und widersetzt sich ihr entschieden. Die Frauen Irans kämpfen dafür, grundlegende Rechte zurückzuerlangen, über die sie bereits vor der Revolution von 1979 verfügten: das Recht auf Wahlfreiheit, das Recht auf Gleichheit vor dem Gesetz, das Recht auf freie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sowie das Recht, über ihr eigenes Schicksal zu bestimmen.

Gerade diese geistige Unabhängigkeit und nationale Identität hat bisweilen dazu geführt, dass die iranische Frauenbewegung von Teilen eines sich global nennenden Feminismus übergangen wurde – Strömungen, die mitunter sogar an der Seite radikaler islamistischer Kräfte standen, also jener Kräfte, die Frauen in diesen Gesellschaften unterdrücken. Durch ihren Kampf haben iranische Frauen diese Widersprüche und die selektive Heuchelei mancher zeitgenössischer feministischer Strömungen sichtbar gemacht.

Heute, am Internationalen Frauentag, sagen wir iranischen Frauen zu den Frauen der Welt: Vergesst die Geschichte des Kampfes der Frauen Irans nicht. Steht an unserer Seite und verteidigt jene Werte, für die Generationen kämpfender Frauen auf der ganzen Welt gestritten haben – Freiheit, Gleichheit und menschliche Würde. Überseht die größte Bedrohung für die Rechte der Frauen nicht und schweigt nicht angesichts ihrer Existenz.

Wir sprechen heute nicht lediglich aus der Perspektive einer ideologischen Lesart des Feminismus, sondern als historische Erbinnen eines Landes, in dem Frauen seit jeher einen hohen Rang innehatten. Als Erbinnen des Mutes von Löwe und Sonne sagen wir der Welt: Wenn ihr nicht an unserer Seite steht, so seid zumindest Zeugen dessen, wie die Frauen Irans – in Schwesterlichkeit, mit Mut und mit Liebe zum Vaterland – ihr Land zurückerlangen, es befreien und aufbauen und es zu einem Zufluchtsort für Frauen in der gesamten Region machen werden.

Es lebe die Frauen Irans.

Es lebe die Freiheit.

Es lebe die Revolution von Löwe und Sonne.

Iran möge fortbestehen.

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