Dokumentation von Massentötungen im Iran

Massentötungen

Videobeweise der letzten Tage

In den vergangenen Tagen sind verifizierte Videoaufnahmen aus dem Iran aufgetaucht, die das erschütternde Ausmaß staatlicher Gewalt gegen Zivilisten dokumentieren. Diese Videos sind weder Einzelfälle noch bloße Berichte; sie stellen visuelle Beweise für Massentötungen, schwere Verletzungen und den systematischen Umgang staatlicher Institutionen mit den Toten dar. Zusammengenommen bilden sie eine belastbare Grundlage zur Dokumentation von Verbrechen gegen die iranische Bevölkerung.

Aufgrund der aktuellen Situation im Iran – insbesondere der vollständigen Abschaltung des Internets, der massiven Einschränkung unabhängiger Berichterstattung sowie der gezielten Einschüchterung von Familien, Krankenhäusern und Augenzeugen – sind derzeit keine exakten Zahlen oder vollständig verifizierten Quellen verfügbar. Auf Grundlage der bislang eingegangenen Berichte, Zeugenaussagen und des zugänglichen Videomaterials gehen wir jedoch davon aus, dass in den letzten Tagen mindestens 5.000 Menschen im Iran getötet wurden. Darüber hinaus wurden tausende weitere Personen verletzt und tausende Bürger festgenommen und inhaftiert. Die tatsächlichen Zahlen liegen mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich höher.

Leichen der am Donnerstag, dem 8. Januar, Getöteten in der Gerichtsmedizin von Kahrizak, Teheran.

Dieses erste Video zeigt die Leichen von Personen, die am Donnerstag, dem 8. Januar, getötet wurden, innerhalb der Gerichtsmedizin von Kahrizak in Teheran. Die Leichen werden auf der Ladefläche eines Pickups transportiert. Angehörige werden aufgefordert, unter den Körpern nach ihren eigenen Toten zu suchen. Die Szene verdeutlicht nicht nur das Ausmaß der Tötungen, sondern auch den vollständigen Verlust von Würde für die Opfer und ihre Familien.

Der Umgang mit den Leichen auf diese Weise macht deutlich, dass es sich nicht um einzelne Todesfälle handelt, sondern um eine große Zahl von Opfern, die staatliche Institutionen offenbar nicht mehr nach rechtsstaatlichen oder humanitären Standards behandeln. Eine Einrichtung, die eigentlich der Dokumentation von Todesursachen dienen sollte, ist zu einem stillen Zeugen massiver staatlicher Gewalt geworden.

Leichen der am Donnerstag, dem 8. Januar, Getöteten in einer Garage in Fardis, Karaj.

Das zweite Video wurde in einer Garage in Fardis bei Karaj aufgenommen und zeigt weitere Leichen desselben Tages. Die Nutzung improvisierter, nicht-medizinischer Orte zur Aufbewahrung der Toten deutet auf eine überwältigende Zahl von Opfern hin sowie auf den Versuch, diese außerhalb offizieller Einrichtungen zu verwalten. Diese Bilder bestätigen zahlreiche Berichte, wonach die tatsächliche Zahl der Getöteten weit über die öffentlich kommunizierten Angaben hinausgeht.

Solche Orte weisen auf eine gezielte Strategie hin, das wahre Ausmaß der Gewalt zu verschleiern und eine ordnungsgemäße Dokumentation, öffentliche Trauer sowie spätere Rechenschaftspflicht zu verhindern.

Verletzte Zivilisten, die am 18. Januar in das Sina-Krankenhaus in Teheran gebracht wurden.

Das dritte Video zeigt verletzte Zivilisten, die am 18. Januar in das Sina-Krankenhaus in Teheran eingeliefert wurden. Viele der Betroffenen sind schwer verletzt, was den fortgesetzten Einsatz von scharfer Munition und exzessiver Gewalt gegen unbewaffnete Bürger bestätigt. Krankenhäuser sind damit nicht mehr nur Orte medizinischer Versorgung, sondern zu direkten Zeugen staatlicher Repression geworden.

Diese Szenen verdeutlichen, dass die Gewalt nicht auf einzelne Städte oder Tage begrenzt ist, sondern Teil einer anhaltenden und landesweiten Kampagne gegen die Zivilbevölkerung darstellt.

Sicherheitskräfte der Islamischen Republik feuern mit scharfer Munition auf friedliche Demonstrierende in Nahavand, Fasa und Bushehr.

Das vierte Video zeigt Sicherheitskräfte der Islamischen Republik, die in Städten wie Nahavand, Fasa und Bushehr direkt mit Schusswaffen auf friedlich protestierende Bürger feuern. Die Demonstrierenden sind unbewaffnet und stellen keine Bedrohung dar. Dennoch wird tödliche Gewalt in öffentlichen Räumen eingesetzt. Diese Aufnahmen liefern einen unmittelbaren visuellen Beweis für den gezielten Einsatz scharfer Munition gegen Zivilisten, die ihr grundlegendes Recht auf friedlichen Protest ausüben.

Zusammen dokumentieren diese Videos ein klares Muster: der Einsatz von Schusswaffen gegen friedliche Demonstrierende, Massentötungen, das Verbergen von Leichen sowie ein Gesundheitssystem, das von staatlicher Gewalt überlastet ist. Es handelt sich um Beweise, die weder ausgelöscht noch glaubwürdig bestritten werden können. Sie stellen einen dringenden Appell an die internationale Gemeinschaft dar, diese Verbrechen anzuerkennen und Schritte zur Aufklärung und Rechenschaft einzuleiten.

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